Ehrenmorde Geschichte

Zada
geboren: 1993
Mordversuch: 21. Dezember 2017
Wohnort: Euskirchen / Bergheim bei Köln
Herkunft: Syrien
Kinder: 2 (zur Tat 2 u. 3 J.)
Täter: ihr Ehemann Ibrahim A. (zur Tat 30 J.)

Zada und Ibrahim sind Cousine und Cousin und heiraten im April 2014 in Syrien. Sie kommen 2016 über die Türkei und Norwegen nach Deutschland und leben mit 2 Kindern in einer Flüchtlingsunterkunft in Euskirchen. Am 21. Dezember 2017 sind sie bei Ibrahims Schwester in Bergheim bei Köln zu Besuch. Es kommt zur Drohung, Ibrahim werde seine Frau vom Balkon schmeißen oder ihr das Gesicht mit Säure verätzen.

Zada flieht auf die Straße und hält ein Auto an, um sich in Sicherheit zu bringen. Ibrahim sticht weiter auf sie ein. Später werden 11 Stiche gezählt. Als er denkt, sie sei tot, lässt er von ihr ab. Die Autofahrerin fährt Zada in eine Klinik. Dort wird sie durch eine Notoperation gerettet. Auf dem rechten Auge bleibt sie aber blind.

Im Mai 2018 beginnt der Prozess vor dem Kölner Landgericht. Im Juli wird Ibrahim wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu 8 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt. Er versteht nicht, wieso er wegen seiner Tat ins Gefängnis muss. Einerseits denken Ehrverbrecher oft, sie hätten das Richtige getan. Zum anderen sollten Schwierigkeiten familienintern geregelt werden. Dass Gewalt gegen Frauen überhaupt vor einem deutschen Gericht verhandelt wird, passt nicht dazu.

Zada, deren richtiger Name nicht bekannt ist, wohnt jetzt bei der Schwester des Täters. Man kann das so interpretieren, dass die Ehefrau weiter unter Beobachtung der Familie ihres Ehemanns steht.

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