Ehrenmorde Geschichte: Hülya

Ehrenmorde Geschichte

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Hülya
geboren: 1977
Mordversuch: 27. März 2018
Wohnort: Duisburg-Marxloh
Herkunft: vermutete Türkei
Kinder: mindestens 1 Mädchen (zur Tat 18 j.)
Täter: ihr Mann (56 j.)
Am 27. März 2018 geht ein Türke in der Familienwohnung mit einem Messer auf seine 15 Jahre jüngere Ehefrau los. Die 18jährige Tochter geht dazwischen, auch sie wird verletzt.

Der Täter wird festgenommen. Dabei kommt es zu Tumulten auf der Straße.

Hülya kommt schwer verletzt ins Krankenhaus, ebenso die Tochter. Eine Mordkommission ermittelt. Hülya ist nicht der richtige Name der Frau.



Ehrenmorden in Europa (2018 bis heute)

Ehrenmorde sind bei afghanischen, syrischen, türkischen, irakischen und Hindustani- Mädchen weit verbreitet. Sie werden von ihren Familien abgelehnt, misshandelt oder ermordet, weil sie die gute Ehre beschädigt haben. Der Grund dafür ist oft, dass Mädchen eine Beziehung haben, die von den Eltern nicht genehmigt wird oder die sich trennen wollen. Lesen Sie die Ehrenmorde Geschichten von 2018 oder die Ehrenmorde Geschichten von 2017.

Ehrenmorde Geschichte: Mia V.

Ehrenmorde Geschichte

Mia V.
geboren: 2002
erstochen: 27. Dezember 2017
Wohnort: Kandel (Rheinland-Pfalz)
Herkunft: Opfer: Deutschland; Täter: Afghanistan
Kinder: keine
Täter: ihr Exfreund Abdul Mobin D. (zur Tat angebl. 15 J.)

Abdul kommt im April 2016 als angeblich minderjähriger unbegleiteter Flüchtling nach Deutschland. Er geht auf eine Gesamtschule, lebt in einer betreuten Jugendwohngruppe und lernt Mia kennen. Sie hilft ihm Deutsch zu lernen, die beiden werden für einige Monate ein Paar. Sie stellt ihn wohl auch ihren Eltern vor.

Im Februar 2017 wird Abduls Asylantrag abgelehnt, er bleibt aber geduldet.

Dann trennt Mia sich Anfang Dezember 2017. Abdul will das nicht akzeptieren und beginnt sie zu stalken. Mias Eltern zeigen ihn Mitte Dezember wegen Beleidigung, Nötigung und Bedrohung an. Die Polizei macht eine Gefährderansprache – telefonisch und in der Schule. Es gibt gegen Abdul bereits eine Anzeige wegen einer Schulhofprügelei im November.

Am 27. Dezember 2017 folgt Abdul seiner Exfreundin in einen Drogeriemarkt. Dort ersticht er sie mit einem Brotmesser. Mia stirbt im Krankenhaus. Zeugen halten den Täter fest. Der Haftbefehl lautet auf Totschlag.

Die Tagesschau berichtet zunächst nicht über den Fall, da es sich um eine Beziehungstat handele. Später doch - unter anderem, weil das Alter des angeblich 15jährigen Täters ziemlich fragwürdig erscheint. Somit kommt auch Behördenversagen als Thema infrage, ebenso wie ein allgemein unkritischer und verharmlosender Umgang mit angeblich minderjährigen Flüchtlingen.

Im Februar 2018 heißt es, Abdul sei mindestens 17,5 Jahre alt, höchstens 20. Was bedeutet, dass er - wie meistens in solchen Fällen - voraussichtlich nach Jugendstrafrecht verurteilt wird. Bislang schweigt er. Im April wird Anklage werden Mordes vor der Jugendkammer des Landgerichts Landau erhoben. Im Juni beginnt der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Ein Onkel sagt aus, dass Abdul von seiner Familie ausgesucht wurde, weil er ein junger Mann ist. Vielleicht hatte er sogar den Auftrag, eine deutsche Frau zu finden, und dann die Familie nachzuholen. Die Asylgründe (Verfolgung durch die Taliban) waren erfunden.

Obwohl die Öffentlichkeit ausgeschlossen ist, wird im August bekannt, dass Abdul im Gerichtssal einen Beamten beleidigt, bespuckt und gewürgt hat - ausgerechnet während der Zeugenaussage von Mias Mutter. Im September wird Abdul wegen Mordes zu 8, 5 Jahren Jugendhaft verurteilt. Er verzichtet auf Rechtsmittel und nimmt das Urteil an. Die Staatsanwaltschaft geht in Revision.



Ehrenmorde Geschichte: Marie

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Marie
geboren: 1995
entstellt: 23. Dezember 2017
Wohnort: Burscheid (bei Köln)
Herkunft: Opfer: vermutl. Deutschland; Täter: Afghanistan
Kinder: 1 Sohn (zur Tat 4 J.)
Täter: ihr Freund Ebudallah S. (zur Tat 27 J.)

Ende 2012 kommt Ebudallah aus Afghanistan nach Deutschland. Er freundet sich mit Marie an. Sie bekommt mit 18 Jahren ein Kind. Danach wird Ebudallahs Aufenthaltsstatus regelmäßig verlängert. Er hat Aushilfsjobs und besucht Deutschkurse.

Ebudallah ist ein streng gläubiger Moslem und beginnt, seine Freundin zu tyrannisieren. Es kommt zu häuslicher Gewalt. Marie soll keine T-Shirts tragen und Männern nicht Guten Tag sagen. Irgendwann äußert Marie einen Trennungswunsch. Eine Freundin wird später vor Gericht von einem angedrohten Ehrenmord berichten. Das Opfer wird aussagen, dass Ebudallah sie zu einer afghanischen Frau machen wollte (sie meint damit: eine Art Sklavin, die sich dem Mann unterzuordnen hat).

Am 23. Dezember 2017 zieht der ehemalige Soldat seiner Freundin ein Messer quer übers Gesicht und sticht ihr in Hals, Brust und Vagina. Der 4jährige Sohn ist Zeuge der Tat. Ebudallah ruft den Rettungswagen, Marie wird notoperiert und überlebt knapp.

Im Juli 2018 wird Ebudallah vom Landgericht Köln wegen gefährlicher Körperverletzung zu 9 Jahren Haft verurteilt. Das Urteil liegt über der Forderung des Staatsanwalts von 7 Jahren und 6 Monaten Haft. Der Richter betont die Rohheit und Brutalität der Tat. Wenn Ebudallah nicht selbst den Rettungswagen gerufen hätte, wäre die Strafe noch höher ausgefallen. Während der Schilderung der Misshandlung vor Gericht, grinste der Täter. Marie wird immer entstellt bleiben, der Sohn ist traumatisiert. Der richtige Name des Opfers und ihre Nationalität sind nicht bekannt.



Ehrenmorde Geschichte: Anaan

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Anaan
geboren: 2000
Mordversuch: 22. Dezember 2017
Wohnort: Darmstadt
Herkunft: Opfer: Marokko; Täter: Afghanistan
Kinder: wohl keine
Täter: ihr Exfreund (zur Tat angebl. 16 J.)

Bei diesem Fall sind Opfer und Täter minderjährig. Das heißt, es gibt besonders wenig Informationen.

Das Opfer ist ein 17jähriges Mädchen aus Marokko. Der Täter ist ein (angeblich) 16jähriger Flüchtling aus Afghanistan, der seit 2015 in Deutschland ist. Er lebt in einer betreuten Wohngruppe.

Nachts sticht er in einem Park in Darmstadt 10mal mit einem Springmesser auf seine Exfreundin ein. Zeugen hören die Schreie und rufen die Polizei. Die Beamten nehmen den Täter später an seiner Wohnanschrift fest. Er räumt die Tat ein. Das Opfer schwebt in Lebensgefahr, überlebt aber.

Anaan ist nicht der richtige Name des Opfers. Eine Altersuntersuchung des Täters wird angeordnet.

Im Mai 2018 wird Anklage wegen versuchten Mordes erhoben. Zum Alter findet sich folgendes: "Das Alter des mutmaßlichen Täters konnte in einem Gutachten nicht genau geklärt werden. Laut Rechtsmedizin war er zwar wahrscheinlich schon 18 Jahre alt, sicher war das aber nicht."

Danach heißt es: Laut Rechtsmedizin sei der Täter zwar wahrscheinlich schon 18 Jahre alt, sicher wäre das aber nicht. Also geht man von 17 Jahren aus. Daher beginnt der Prozess im August 2018 vor dem Landgericht Darmstadt unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Für versuchten Mord in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung wird der Afghane im September zu einer Haft von 7 Jahren verurteilt. Allerdings können Jugendstrafen bereits nach einem Drittel zur Bewährung ausgesetzt werden.



Ehrenmorde Geschichte: Zada

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Zada
geboren: 1993
Mordversuch: 21. Dezember 2017
Wohnort: Euskirchen / Bergheim bei Köln
Herkunft: Syrien
Kinder: 2 (zur Tat 2 u. 3 J.)
Täter: ihr Ehemann Ibrahim A. (zur Tat 30 J.)

Zada und Ibrahim sind Cousine und Cousin und heiraten im April 2014 in Syrien. Sie kommen 2016 über die Türkei und Norwegen nach Deutschland und leben mit 2 Kindern in einer Flüchtlingsunterkunft in Euskirchen. Am 21. Dezember 2017 sind sie bei Ibrahims Schwester in Bergheim bei Köln zu Besuch. Es kommt zur Drohung, Ibrahim werde seine Frau vom Balkon schmeißen oder ihr das Gesicht mit Säure verätzen.

Zada flieht auf die Straße und hält ein Auto an, um sich in Sicherheit zu bringen. Ibrahim sticht weiter auf sie ein. Später werden 11 Stiche gezählt. Als er denkt, sie sei tot, lässt er von ihr ab. Die Autofahrerin fährt Zada in eine Klinik. Dort wird sie durch eine Notoperation gerettet. Auf dem rechten Auge bleibt sie aber blind.

Im Mai 2018 beginnt der Prozess vor dem Kölner Landgericht. Im Juli wird Ibrahim wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu 8 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt. Er versteht nicht, wieso er wegen seiner Tat ins Gefängnis muss. Einerseits denken Ehrverbrecher oft, sie hätten das Richtige getan. Zum anderen sollten Schwierigkeiten familienintern geregelt werden. Dass Gewalt gegen Frauen überhaupt vor einem deutschen Gericht verhandelt wird, passt nicht dazu.

Zada, deren richtiger Name nicht bekannt ist, wohnt jetzt bei der Schwester des Täters. Man kann das so interpretieren, dass die Ehefrau weiter unter Beobachtung der Familie ihres Ehemanns steht.



Ehrenmorde Geschichte: Dzemila F.

Ehrenmorde Geschichte

Dzemila F.
geboren: 1971
erstochen: 20. Dezember 2017
Wohnort: Berlin-Buch
Herkunft: Serbien
Kinder: 3 Söhne (zur Tat 10, 12, 14 J.)
Täter: ihr Exfreund Hamo I. (33 J.)

Dzemila kommt aus Serbien und hat 3 schulpflichtige Kinder. Die beiden älteren sind aus einer früheren Beziehung, Der jüngste Sohn ist von ihrem Freund Hamo. Dieser ist gewalttätig. Sie will sich trennen.

Das akzeptiert Hamo nicht und ersticht Dzemila am 20. Dezember 2017 in ihrer Wohnung in Berlin-Buch. Die Söhne sind zur Tatzeit nicht in der Wohnung. Danach geht er zur Polizei. Dzemilas Leiche wird gefunden.



Ehrenmorde Geschichte: Mira

Ehrenmorde Geschichte

Mira
geboren: 2000
Mordversuch: 19. Dezember 2017
Wohnort: Berlin
Herkunft: Opfer: Balkan / Deutschland; Täter: Afghanistan
Kinder: wohl keine
Täter: ihr Exfreund (zur Tat 19 J.)

Wäre es nicht so traurig, müsste man lachen: Am 19. Dezember 2017 versucht ein 19jähriger Afghane, seine Exfreundin in der Havel zu ertränken. Er stößt sie ins eiskalte Wasser, springt hinterher und drückt ihren Kopf unter Wasser.

Da der Afghane nicht schwimmen kann, kann das Mädchen sich ans Ufer retten. Die Rettungskräfte bergen den Täter bewusstlos aus der Havel. Die Polizei ermittelt wegen Mordversuchs.

Der Täter ist seit 2015 in Deutschland. Das Opfer stammt vom Balkan und hat einen deutschen Pass. Der richtige Name ist nicht bekannt.

Nach 2 Monaten im Koma stirbt der Afghane im Krankenhaus.



Ehrenmorde Geschichte: Amina

Ehrenmorde Geschichte

Amina
geboren: 1982
Mordversuch: 14. Dezember 2017
Wohnort: Landau
Herkunft: Afghanistan
Kinder: 1 Tochter (zur Tat 15 J.), 3 Söhne (3, 6, 17 J.)
Täter: ihr Ehemann Sattar M. (zur Tat 41 J.)

Amina kommt aus Afghanistan und wird mit 10 Jahren von ihren Eltern an einen Cousin im Iran verheiratet. Dort soll sie als Schwiegertochter eine Art Haussklavinnen-Dasein führen. Treibende Kraft ist ihr Schwiegervater, der Vater von Sattar. Diese Familie ist eine afghanische Familie, die in den Iran geflohen ist.

Amina und Sattar bekommen 2 Kinder in Teheran, gehen zurück nach Afghanistan, wo 2 weitere Kinder zur Welt kommen. Im Herbst 2015 zieht die Familie nach Deutschland, weil sie ein besseres Leben suchen. Dass dazu Frauenrechte gehören, ist keinem der Beteiligten klar.

Später wird Sattar vor Gericht sagen: „Deutschland ist Frauenland“. Auch dass er seine Kinder nicht schlagen darf, akzeptiert er nicht. Dennoch emanzipieren sich die Kinder. Frau und Tochter nehmen das Kopftuch ab, die Mutter besucht einen Deutschkurs. Später wird sie vor Gericht sagen, dass sie erst in Deutschland gelernt hat, dass nicht alle Männer böse und gewalttätig sind.

Am 14. Dezember 2017 würgt Sattar seine Frau im Streit bis zur Bewusstlosigkeit. Die Gewalt geht über das übliche Maß der Schläge hinaus. Zwei ihrer Kinder kommen der Mutter zu Hilfe, sie kann sich durch einen Sprung aus dem Fenster retten.

Im Juni 2018 beginnt der Prozess am Landgericht Landau. Obwohl das Gericht überzeugt ist, dass Sattar seine Frau töten wollte, wird er nur wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt: 4 Jahre und 3 Monate Haft. Amina ist nicht der richtige Name der Frau.



Ehrenmorde Geschichte: Maryam

Ehrenmorde Geschichte

Maryam
geboren: 1982
ermordet: 14. Dezember 2017
Wohnort: Hamburg-Bramfeld
Herkunft: Iran
Kinder: 1 Tochter (zur Tat 1 J.)
Täter: ihr Ehemann Ali Reza S. (43 J.)

Auf Vermittlung einer Bekannten lernt Maryam aus dem Iran einen Iraner kennen, der in Hamburg lebt. Man freundet sich via Skype an und heiratet per Fernheirat. Ali Reza gibt später an, er habe eine Frau gewollt, die Jungfrau war und keine Schönheitsoperationen hat. Im März 2016 kommt eine gemeinsame Tochter im Iran zur Welt. Im Oktober 2017 ziehen Mutter und Tochter nach Deutschland.

Es kommt schnell zu Gewalt, das Jugendamt richtet eine Familienhilfe ein. Eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung liegt vor.

Am 14. Dezember 2017 schlägt Ali Reza seiner Frau ein Glasstövchen auf den Kopf, sodass ihr Schädel bricht. Danach sticht er 25mal auf sie ein und stranguliert sie schließlich mit einem Schal. Die Tochter ist während der Tat in der Wohnung. Danach bringt der Täter sie zu Nachbarn, die die Polizei rufen. Ali Reza verletzt sich anschließend selbst. Maryam stirbt im Krankenhaus. Die Tochter kommt zum Deutschen Roten Kreuz.

Im Juni 2018 beginnt der Prozess um Totschlag am Hamburger Landgericht. Ali Reza erklärt, er habe in Teheran ein Zahnmedizinstudium abgebrochen. Danach sei er in politische Kreise aufgestiegen. Etwa 2007 sei er als Flüchtling nach Deutschland gekommen und zum Christentum konvertiert. Es ist nicht auszuschließen, dass er sich dadurch bessere Chancen auf eine Aufenthaltsgenehmigung versprach. Jedenfalls wurde sein Asylantrag 2009 bewilligt, danach schloss er eine Ausbildung zum evangelisch-lutherischen Hilfsprediger ab. Vor Gericht erscheint er allerdings mit Dolmetscherin. Auch in der Flüchtlingshilfe sei er aktiv gewesen.

Im Juli wird Ali Reza zu 6 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt. Das Gericht wertet seine Depressionen als strafmildernd. Die Kammer betont, dass sie beim Angeklagten keine Reue erkennen könne.