28-jährige Zohreh in Marand, Iran, bei mutmaßlichem Ehrenmord von ihrem Ehemann erdrosselt

Zohreh
Alter: 28
Erdrosselt: 8. Juli 2026
Wohnort: Marand, Ost-Aserbaidschan
Herkunft: Iran
Kinder: 2
Täter: Ehemann
Eine 28-jährige Frau, die nur als Zohreh identifiziert wurde, wurde in der Stadt Marand in der Provinz Ost-Aserbaidschan im Iran mutmaßlich Opfer eines Ehrenmordes, nachdem sie von ihrem Ehemann erdrosselt worden war.

Nach Angaben der Hengaw Organization for Human Rights ereignete sich die Tötung am 8. Juli 2026 im Familienhaus. Zohreh war Mutter von zwei kleinen Kindern im Alter von zwei und fünf Jahren.

Der Ehemann erdrosselte seine Frau vor den Augen ihrer Kinder und floh anschließend vom Tatort, wobei er ihre Leiche im Haus zurückließ. Das Verbrechen wurde entdeckt, nachdem das fünfjährige Kind des Paares den Nachbarn erzählt hatte, dass seine Mutter getötet worden sei. Besorgte Nachbarn gingen daraufhin zum Haus, fanden Zohrehs Leiche und verständigten die Behörden.

Als Motiv des Ehemannes wurde die Wahrung der „Familienehre“ genannt – eine Rechtfertigung, die im Iran häufig für Gewalt gegen Frauen verwendet wird, denen vorgeworfen wird, gegen familiäre oder gesellschaftliche Normen verstoßen zu haben.

Der Tatverdächtige soll nach der Tötung geflohen sein. Über eine Festnahme wurden bislang keine Informationen veröffentlicht.

Was ist ein Ehrenmord?

Ein Ehrenmord ist ein Mord im Namen der Ehre. Wenn ein Bruder seine Schwester ermordet, um die Familienehre wiederherzustellen, handelt es sich um einen Ehrenmord. Nach Ansicht von Aktivisten sind die häufigsten Gründe für Ehrenmorde, wenn das Opfer:

Fragen zu Ehrenmorden

  • die Zusammenarbeit in einer arrangierten Ehe verweigert.

  • die Beziehung beenden will.

  • das Opfer einer Vergewaltigung oder eines sexuellen Übergriffs war.

  • wurde beschuldigt, eine sexuelle Beziehung ausserhalb der Ehe zu haben.

Menschenrechtler gehen davon aus, dass jedes Jahr 100.000 Ehrenmorde verübt werden, von denen die meisten den Behörden nicht gemeldet werden und einige sogar von den Behörden selbst absichtlich vertuscht werden, zum Beispiel weil die Täter gute Freunde von örtlichen Polizisten, Beamten oder Politikern sind. Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist immer noch ein ernstes Problem in Pakistan, Indien, Afghanistan, Irak, Syrien, Iran, Serbien und Türkei.

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